Vivian aus Kenia: „Wir sind die Generation, die AIDS beenden kann!“ Published on:

18. Juli 2018
In diesem Jahr ist Jugend gegen AIDS (JGA) offizieller Partner der 22. International AIDS Conference in Amsterdam. Aus diesem Anlass haben wir insgesamt 300 Volunteers aus der ganzen Welt dazu eingeladen, uns zu begleiten, ihre Projekte vorzustellen und sich miteinander zu vernetzen. Wir wollen, dass die Stimme der Jugend auch in Amsterdam gehört wird. Denn wir sind die Generation, die AIDS beenden kann! Und das sind unsere Geschichten…

Hey zusammen, mein Name ist Vivian Kirira und ich komme aus Nakuru in Kenia.

Ich bin wirklich dankbar dafür, dass ich die Gelegenheit bekomme, JGA bei der International AIDS Conference in Amsterdam zu begleiten. Denn Kenia ist ein Land, in dem AIDS vor allem durch kollektive Ignoranz noch immer eine der häufigsten Todesursachen von jungen Menschen ist. Trotzdem ist der Großteil der Bevölkerung so von kulturellen Normen und Werten geblendet, dass er glaubt, HIV und AIDS seien ein Fluch, der nichts mit ungeschütztem Sex zu tun hat. Die Verwendung von Verhütungsmitteln wird außerdem als Tabu angesehen. Das macht es sehr schwer, die Jugendlichen von wissenschaftlichen Fakten zu überzeugen, weil oft das Wissen und die Bereitschaft dazu fehlen. Trotzdem möchte ich ihnen dabei helfen, die richtigen Entscheidungen im Leben zu treffen und festgefahrene Stereotypen bekämpfen.

Ignoranz und Wissensmangel

Aus diesem Grund habe ich ein eigenes, kleines Projekt ins Leben gerufen. Mein Hauptziel ist es, den Jugendlichen dabei zu helfen, die Vorteile eines gesunden Lebens kennenzulernen. Ich möchte ihnen aber auch helfen, sich sicher und geschützt zu fühlen, wenn sie ihre Sexualität ausleben. Das ist in einer Gesellschaft, in der jeden Tag viele junge Menschen genau deswegen sterben, aber nicht wirklich einfach. Denn ein Heilmittel für Ignoranz gibt es nicht. Das beunruhigt mich sehr, weil sie unsere Zukunft sind. Und wenn sie keine Verantwortung für sich selbst übernehmen, macht es höchstwahrscheinlich niemand. Ich habe das Gefühl, dass sich die meisten dieser jungen Leute in der Gesellschaft immer noch unerkannt fühlen. Das macht es schwer, sie zu überzeugen, offen zu sein und sich in der Lage zu fühlen, um Hilfe oder Unterstützung zu bitten.

Ich kann mich immer auf meine Familie verlassen

Trotz all dieser Schwierigkeiten unterstützt mich meine Familie überall da, wo es möglich ist. Sie helfen mir sehr, wenn es darum geht, junge Menschen zu erreichen und ihr Bewusstsein für sexuell übertragbare Krankheiten und Verhütung zu stärken. Das motiviert mich, weiter voranzukommen und immer positiv zu denken. Mit der Bestätigung meiner Teilnahme an der AIDS Conference hat mich auch JGA bereits sehr unterstützt. Ich hoffe, dass ich in Amsterdam die Chance bekomme, etwas Neues zu lernen, mein Wissen zu erweitern und mich im Anschluss gewappnet fühle, um mein Projekt in Kenia weiterzuführen, größer zu machen und auf diese Weise noch mehr junge Menschen erreiche.

Das wünsche ich mir

Ich wollte der Welt schon immer einmal sagen, dass sich Afrikaner nicht vom Rest der Welt unterscheiden. Das Klischee, dass nur Afrikaner mit tödlichen Krankheiten infiziert sind, sollte endlich aus den Köpfen verschwinden. Natürlich gibt es Orte, an denen den Menschen völlig das Wissen fehlt, wenn es um Sexualkrankheiten oder Verhütung geht. Aber gerade deshalb möchte ich sie mit meinem Projekt erreichen, damit sie fühlen und glauben können, dass auch sie ein Teil der zivilisierten Gesellschaft sind. Ich möchte die kommende Generation verändern und so gut ich kann zu einem besseren und gesünderen Leben beitragen!

Do what you want. Do it with love, respect and condoms. 

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