Owen Ryan: „Wenn nicht ihr, wer dann?“ Published on:

6. September 2018
Owen Ryan war bis zum Sommer 2018 der Executive Director der International AIDS Society (IAS) – einer der weltweit größten Mitgliedsverbände für Menschen, die an der vordersten Front kämpfen. Auf der International AIDS Conference in Amsterdam hatten wir die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen und die Rolle der Jugend im Kampf gegen HIV und AIDS zu diskutieren.

Owen, „Executive Director“ klingt ziemlich cool. Was sind Deine Aufgaben?

Meine Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass globale Politik und wissenschaftliche Erkenntnisse den Bedürfnissen der Menschen entsprechen, die im Kampf gegen HIV an der Front arbeiten. Ein großer Teil davon ist es, sicherzustellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse für Krankenschwestern und Ärzte auf der ganzen Welt relevant sind. Ein anderer Teil besteht darin, Menschen zusammenzubringen, Informationen zu sammeln und sie in die Welt zu tragen.

Was waren Deine größten Erkenntnisse während der Konferenz?

Ich würde sagen, die Erkenntnis, dass es notwendig ist, mehr Aufmerksamkeit auf Osteuropa und Zentralasien zu richten. Ich denke, viele Leute gehen davon aus, dass Geschlechtskrankheiten außerhalb Afrikas weniger verbreitet sind oder gar nicht existieren. Aber in Ländern wie Russland explodieren neue Infektions-Zahlen. Ich habe eine Statistik gesehen, die besagt, dass es in Russland momentan hunderttausend Neuinfektionen gibt, was einfach unglaublich ist. Das ist fast schon eine außer Kontrolle geratene Epidemie.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Notwendigkeit junger Führungskräfte. Aber ich habe viele von ihnen auf den Konferenzen und in eurem Head-Quarter gesehen. Und das sind nicht nur Menschen, die für ihre eigene Perspektive einstehen, sondern junge Leute, die anderen Führungskräften sagen, was sie tun müssen. Und das ist großartig.

Was sind Deiner Meinung nach die nächsten Schritte, die nach der Konferenz eingeleitet werden sollten?

Was auf jeden Fall passieren sollte, ist, dass wir praktische Möglichkeiten finden, um globale Institutionen dazu zu bringen, Krankheits-Gebiete und Emittenten zusammenzuführen. Einige machen das bereits zu ihrem Vorteil. Aber wir brauchen noch mehr von ihnen. Ich hoffe auch, dass wir Osteuropa und Zentralasien in Zukunft nicht vergessen.

Welche Rolle sollte die Jugend in diesen nächsten Schritten einnehmen?

Die Leute werden nicht einfach Türen für euch öffnen und euch Platz geben. Ihr werdet also Jugendnetzwerke wie YAA brauchen, um auf euch aufmerksam zu machen und etwas zu bewegen. Ich denke, die Stimme der Jugend kann viel bewirken. Egal, ob in einer Studentenvereinigung in der Universität, in der ihr studiert, oder einer globalen Aufklärungsinitiative. Die Jugend muss zusammenarbeiten. Nur darauf zu hoffen, wird nichts ändern.

Was würdest Du sagen, wenn du die Möglichkeit hättest, allen Jugendlichen auf der Welt etwas mit auf den Weg zu geben?

Ich werde jetzt einfach jemanden zitieren, weil ich mir selbst nie etwas ausdenken könnte, was tiefgründig genug wäre. Also: Wenn nicht ihr, wer dann? Und wenn nicht jetzt, wann dann? Die Welt ist voll von Dingen, die uns jeden Tag wütend und traurig machen. Wenn ihr also nichts dagegen tut, tut es keiner. Also fangt einfach an, etwas zu verändern!

#Listenup 👂🏻Our next live session in the #Broadcaststudio is with the executive director of the International AIDS Society – Owen Ryan 🤩With his immense devotion to #endAIDS he has countless leads on how we can continue the 🤜💥 #fightagainstAIDS 💥🤛We can’t be thankful enough for his support and how he always kept us going. We wouldn’t be here without him today 🙏You definitively don’t want to miss this! 👇#Dowhatyouwant. Do it with #love, #respect and #condoms. #AIDS2018

Gepostet von Youth against AIDS am Dienstag, 24. Juli 2018

Do what you want. Do it with love respect and condoms.

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