Riccardo Simonetti: „Ich habe einen eigenen Kondom-Automaten im Schlafzimmer“ Published on:

25. November 2018
Bereits zum zweiten Mal leiht Internet-Star Riccardo Simonetti einer Jugend gegen AIDS-Kampagne sein Gesicht. Hier fasst er seine schönsten Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit uns zusammen und erzählt, wieso in seiner ganzen Wohnung Kondome verstreut sind. 
Für viele Menschen in Deutschland ist AIDS ganz weit weg. Stimmt das?


Ich fürchte, die meisten Menschen haben das Gefühl, diese Krankheit geht sie nichts mehr an, weil wir in Deutschland genügend Zugriff zu Medikamenten haben. Dennoch sterben jedes Jahr noch in etwa 1000000 Menschen und so lange das so ist, geht das meiner Meinung nach jeden von uns etwas an. Vor allem weil sich in Deutschland immer noch Menschen mit HIV infizieren, ohne sich ihres Status bewusst zu sein.


Man hat das Gefühl, dass es immer noch peinlich ist offen über sexuelle Themen zu sprechen. Sollte man Angst haben, offen über seine Sexualität zu sprechen?


Ich glaube Sexualität ist so in der Gesellschaft und in den Medien integriert, dass man dadurch oft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Das führt dazu, dass wir zwar den ganzen Tag mit Sex konfrontiert werden, aber nicht über die Verantwortung sprechen, die damit einhergeht. Man sollte offen und ehrlich darüber sprechen können und keine Angst vor dem Thema haben.

Wer waren Deine wichtigsten Ansprechpartner, als du deine ersten Fragen rund um das Thema Sex hattest?

Ich habe tatsächlich viel mit meiner Mutter gesprochen, aber auch mal einen anonymen Frage Service im Internet in Anspruch genommen. Das hat mir sehr geholfen und war unglaublich wichtig, um auch mal Fragen stellen zu dürfen, die man nicht unbedingt mit seinen Eltern besprechen möchte.

Sind Kondome Männer- oder Frauensache? 

Definitiv geht das Thema Beide an! Jeder, der am Sex beteiligt ist, sollte sich über die möglichen Konsequenzen bewusst sein. 

Letztes Jahr hattest du eine sehr kreative Antwort, als wir dich nach drei Namen für ein Kondom gefragt haben. Wie geht es Tick, Trick und Track heute? 

Sie sind alle drei gütigerweise zum Einsatz gekommen! Sie haben ihre Mission erfüllt.

Liegen deine Kondome immer noch in Kisten verteilt?

Wenn man seit Jahren in der HIV und AIDS Aufklärung aktiv ist, hat man überall in der Wohnung Kondome verstreut. Ich habe sogar einen eigenen Kondom-Automaten im Schlafzimmer.

Seit etwas mehr als einem Jahr begleitest Du uns jetzt. Was war Deine krasseste Erfahrung mit uns?

Ich durfte so viele Eindrücke sammeln, aber vor allem bin ich dankbar für den unermüdlichen Einsatz der vielen Freiwilligen, die Jugend gegen Aids prägen. Die Aids Konferenz in Amsterdam hat mir gezeigt, wie viele Menschen sich mit dem Thema weltweit beschäftigen, sich dafür einsetzen und bestens aufgeklärt sind. Das war unglaublich inspirierend, so viele junge Menschen auf einem Haufen an einem Strang ziehen zu sehen, ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Sexualität oder ihrer Religion. 

Wieso unterstützt du Jugend gegen AIDS?

Weil ich glaube, dass junge Menschen, die darin ermutigt werden an sich und ihre Zukunft und ihre Träume zu glauben, automatisch auch auf ihre Gesundheit achten werden.

 

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