Michael Buchinger: „Wir sollten uns alle mit dem Thema AIDS auseinandersetzen“ Published on:

25. November 2018
Michael Buchinger ist YouTuber, Kabarettist, Autor … und seit kurzem Kampagnenbotschafter für Jugend gegen AIDS. Dem Österreicher ist es besonders wichtig, offen über Sexualität zu sprechen. Auch seinen persönlichen Freundeskreis hat er davon überzeugen können,  ohne Angst über dieses Thema zu sprechen. Im Interview verrät er, wie er das geschafft hat.

Für viele Menschen in Deutschland ist AIDS ganz weit weg. Stimmt das?

Ich glaube, dass viele Menschen, nicht nur in Deutschland, den Eindruck haben, AIDS könne sie nicht betreffen, da sie „immer vorsichtig“ sind. Ich habe dennoch einige Leute in meinem Bekanntenkreis, die ihren Status bis vor Kurzem nicht kannten. Dann habe ich ein ernstes Wörtchen mit ihnen gesprochen und sie haben sich testen lassen. AIDS ist auch in unseren Breiten nicht „ganz weit weg“ und wir sollten uns alle mit dem Thema auseinandersetzen.

Man hat das Gefühl, dass es immer noch peinlich ist offen über sexuelle Themen zu sprechen. Sollte man Angst haben, offen über seine Sexualität zu sprechen?

Natürlich nicht. Es fühlt sich nur peinlich oder komisch an, weil das Thema so oft gemieden wird. Seit ich in meinem Freundeskreis öfter auf weniger subtile Weise das Thema „Sex“ ansteuere, finden wir es alle gar nicht mehr komisch. Man muss nur mal anfangen, darüber zu reden.

Wer waren Deine wichtigsten Ansprechpartner als du deine ersten Fragen rund um das Thema Sex hattest?

Ich habe tatsächlich schon in der Grundschule angefangen, Bücher über Aufklärung zu lesen. Das allererste war natürlich noch für Kinder und hatte lustige Pop-Up-Effekte. Bei allgemeinen Fragen habe ich mich also immer in meiner Lektüre nachgeschlagen und wenn es spezifischer wurde, habe ich meine große Schwester gefragt, die hatte immer gute Tipps. Weniger zur Anatomie, als zum emotionalen Aspekt von Sex.

Gibt es eine Frage, die bis heute niemand beantwortet hat?

Wie lang ist das Rektum? Ich verlange Antworten.

Wann und wie hast Du uns kennengelernt?

Jugend gegen AIDS habe ich Anfang 2017 bei den Vorbereitungen für den ersten Life Ball Next Generation in Wien kennengelernt. Damals durfte ich auch in die Workshops rein schnuppern und war gleich ganz begeistert, wie offen über Sexualität gesprochen wurde. Nicht nur vor den Vortragenden, sondern auch von den Jugendlichen, die interessante und durchdachte Fragen stellten. Da war ich gleich Feuer und Flamme!

Sind Kondome Männer- oder Frauensache?

Das ist eine Trick-Frage! Beide sollten sich drum kümmern (finde ich)!

Bitte vervollständige die folgenden drei Sätze:
Meine Kondome liegen..

am Kopfende meines Bettes in einer Schublade. Sie ist bis zum Rand mit Kondomen gefüllt.

Die ersten  drei Worte für „Kondom“, die mir in den Kopf kommen, lauten: 

Verhüterli, Präservativ, Wundertüte

Ich unterstütze Jugend gegen AIDS, weil…

die Aufklärung an meiner Schule nicht das Gelbe vom Ei war und für alle Beteiligten äußerst unangenehm. Ich hatte viele Fragen, habe mich aber nicht getraut, sie zu stellen, weil sie sehr schwulen-spezifisch waren. Ich unterstütze Jugend gegen AIDS, da ein Rahmen geschaffen wird, in dem man ohne Bedenken Fragen über dieses wahnsinnig wichtige Thema stellen kann.

 

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