Jungengesundheit wird noch als zweitrangig betrachtet Published on:

7. Dezember 2016

In der täglichen Aufklärungsarbeit von Jugend gegen AIDS e.V. in den Schulklassen und Ausbildungsbetrieben stößt der Verein immer öfter auf die Frage, wieso eigentlich der Fokus auf Mädchengesundheit liegt. Für junge Frauen gibt es heutzutage weitaus mehr Ansprechpartner als für Jungen. Woran liegt das? Warum wird Jungengesundheit so stiefmütterlich behandelt?

Über mögliche Gründe, weshalb Jungengesundheit in der Öffentlichkeit keine Aufmerksamkeit genießt, sprach der Verein am Montag bei einer Paneldiskussion in Hamburg. Im 25hours Hotel HafenCity diskutierten Jens Clasen, Textchef der deutschen Ausgabe von Men`s Health und Betreiber des Blogs „Jens Health“, Gesundheits- und Krankenpfleger Johannes Ebeling gemeinsam mit Anna Konopka und Marlon Jost aus dem Vorstand von Jugend gegen AIDS.

“Ich verstehe unter Jungengesundheit, dass man den Grundstein für das Verständnis von Gesundheit legt. Dazu gehört auch das Verständnis des eigenen Körpers, was mit ihm anstellen kann und was man lieber lassen sollte. Genau da bedarf es Aufklärung”, sagte Jens Clasen.

“Jeder weiß, was ein Frauenarzt ist. Wir werden aber manchmal gefragt, was eigentlich das Gegenstück dazu ist. Keiner spricht so richtig über den ‘Männerarzt’. Wenn wir in den Klassen sind, gibt es dazu kaum Wissen. Deswegen ist es unser Ziel, mit den Jugendlichen über Jungengesundheit zu sprechen”, sagte Marlon Jost.

Ein Großteil der jungen Männer, die Jugend gegen AIDS täglich kennenlernt, platzt vor Fragen und befinden sich regelrecht auf der Suche nach möglichen Ansprechpartnern. Viele aufwachsende Männer schreckt ein Arztbesuch regelrecht ab, die wichtige Vorsorge für die eigene Gesundheit bleibt auf der Strecke. Junge Männer zeigen oftmals ein höheres Risikoverhalten und kümmern sich nicht in der Intensität um ihren Körper wie junge Frauen es tun. Eine von Jugend gegen AIDS und Lovoo initiierte Studie zeigte, dass fast jeder dritte Junge zwischen 16 und 21 Jahren in der Umfrage angab keinen Ansprechpartner im näheren Umfeld zu haben wenn es um Fragen zum Thema Sex geht. Im Gegensatz dazu haben 82% der Frauen ein Ansprechpartner für diese Art von Fragen.

“Unser Ziel ist es eine Aufklärung unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung durchzuführen und dazu gehört es auch alle Fragen zu beantworten, egal von wem sie kommen”, sagte Daniel Nagel, Vorstandsvorsitzender von Jugend gegen AIDS.

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