Silvester – Gutes Recht beim guten Rutsch Published on:

30. Dezember 2017
Morgen ist es endlich soweit: Der letzte Tag des Jahres! An Silvester ticken die Uhren ja bekanntlich ein bisschen anders. Wie anders habt ihr bisher aber bestimmt noch nicht gewusst. Denn in der Nacht der Nächte habt ihr zum Teil ganz andere Rechte, als an den übrigen 364 Tagen im Jahr. Glaubt ihr nicht? Hier findet ihr die drei merkwürdigsten Silvester-Gesetze:

Arbeiten verboten!

Ihr mögt eure Nachbarn nicht? Auf der Straße grüßen sie euch nicht und beschweren sich über jede Party, die ihr feiert? Tja, wenn ihr es ihnen mal heimzahlen wollt, dann hat für euch am 1. Januar die Stunde geschlagen: Einfach abwarten, bis sie am nächsten Morgen anfangen, die Straße von Böllerresten zu befreien und dann – zack! – die Polizei rufen. Die sogenannte Feiertagsschutzverordnung verbietet an Feiertagen nämlich „öffentlich bemerkbare Arbeiten“ vor dem Haus. Der Hintergedanke dabei ist, Arbeitnehmer davor zu schützen, auch an Feiertagen arbeiten zu müssen. Ausgeschlossen ist davon aber zum Beispiel der öffentliche Personennahverkehr. Eine relativ ehrenvolle Sache eigentlich. Wer am ersten Januar trotzdem anfangen sollte, die Straße vor seinem Haus aufzuräumen (wie kann man nur?), dem drohen bei einer Anzeige bis zu 20 Euro Bußgeld. Dann doch lieber ausschlafen…

Taxifahren lohnt sich

Ab 22 Uhr herrscht in Deutschland strikte Nachtruhe. Wissen ja eigentlich alle. Hält sich jemand nicht dran, kommt die Polizei. Komisch wird es aber, wenn das Abfeuern von Böllern und Raketen am 31. Dezember erlaubt ist – man beim Heimkommen mit dem Garagentor aber vorsichtig sein muss. Ja, richtig gehört. Hierzu gab es nämlich schon ein Urteil des Landesgerichts Hamburg: Weil das Garagentor eines Anwohners bei seiner Ankunft nach der Silvester-Party zu laut quietschte, zückte ein empörter Nachbar sein Telefon und wählte die 110. Das Ende der Geschichte: Der Garagenbesitzer musste für seine Störung der Nachtruhe ein Bußgeld bezahlen. Bis in die Morgenstunden böllern ist in Ordnung. Aber ein quietschendes Garagentor? Irgendwann hört der Spaß auch auf. Dann doch lieber mit dem Taxi nach Hause fahren. Aber es geht noch merkwürdiger…

Liebt euch!

1966 kam es im Bundesgerichtshof zu einem Urteil, das besagte, dass Ehepartner keinen Widerwillen – oder noch schlimmer – keine Gleichgültigkeit beim Sex zeigen dürfen. Das würde also auch gelten, wenn am ersten Januar die Stimmung dank Kater und Kopfschmerzen im Keller ist. Ausreden für ausbleibenden Happy-New-Year-Sex dürfte es also eigentlich nicht geben. ABER, und da kommt das große aber: Die Rechtsprechung stammt aus einer Zeit, in der noch keiner von uns geboren und die Moral- und Wertevorstellung der Menschen eine andere war. Sollte euer Freund oder eure Freundin am nächsten Morgen also einfach keine Lust haben, kommt bloß nicht mit „Aber der Bundesgerichtshof hat 1966 in einem Urteil beschlossen, dass…“ an. Der Beschluss ist sowieso kompletter Blödsinn und hat auch schon lange keine Gültigkeit mehr – falls er das je hatte. Sex muss nämlich immer alle Beteiligten glücklich machen. Anders macht es absolut keinen Sinn und vor allem keinen Spaß.

Startet gut ins neue Jahr!

Aber ganz egal, wie ihr Silvester feiert und auf welche Gesetzte ich euch am Ende des Tages berufen wollt: Genießt den Abend. Ob mit einem Kuss um Mitternacht, einer Liste voller guter Vorsätze für 2018 oder schlafend auf dem Sofa. Denkt an die schönen Dinge des vergangenen Jahres zurück und rutscht geschmeidig ins neue. Und sollten bei euch an Silvester nicht nur die Korken knallen, denkt dran:

Do what you want. Do it with love, respect and condoms.

Ihr wollt mehr? Hier geht es zu unserem letzten Beitrag über verschiedene Arten, jemanden zu küssen.

 

Autor: David
Team Blog
Jugend gegen AIDS e.V.

 

This post was written by Jugend gegen AIDS Blog

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