“Der wunderschöne Blumenduft umschwärmt meine Nase, die Sonne umspielt meine Haut – hier stehen wir nun, blicken einander liebevoll in die Augen. ´Ich liebe dich, meine einzig wahre Liebe´ – ein Kuss mit purer Leidenschaft, purer Liebe ist der Anfang einer wunderbaren Beziehung” – geht´s mir nur so, oder setzt auch bei euch der Würgereiz ein, wenn ihr sowas lest? Liebe ist ja gut und schön, aber muss das wirklich so übertrieben sein? Von Vanessa 

 

Und was ändert bitte die Jahreszeit daran, ob ich mich unsterblich in meinen Traumpartner verliebe oder eben nicht? Betört mich der Blumengeruch so sehr, dass ich nun jedem auf der Straße meine Liebe zu gestehen möchte? Oder noch besser: jetzt, wenn die Blumen wieder blühen und an den Ästen der Bäume Blätter hervorsprießen, erwacht nun auch mein Schicksal, um meinen Traumprinzen und mich endlich zusammenzuführen? Kommt er noch auf einem Pferd angeritten, um mich aus meinem Turm zu befreien?

“Mit dem Ende des Winters steigt die Anzahl an sonnigen, hellen Stunden. Daraufhin produzieren wir weniger das Schlafhormon Melatonin und mehr das Glückshormon Serotonin – wir fühlen uns wacher und glücklicher.” Paar, Mann und Frau, Sommer

Ah ja, das ist wohl kein Geheimnis mehr. Wer morgens schon mal die Arschbacken zusammengekniffen hat und sich aus dem Bett ins Bad befördern konnte, der hat ja schon einmal eine ordentliche Leistung erbracht. Kommt man jetzt nun nach draußen und darf in aller Früh seinen Schul-/ Uni- oder Arbeitsweg antreten, dann wärs doch mal schön, von ein paar Sonnenstrahlen begrüßt zu werden. Automatisch fühlt man sich wacher und glücklicher. So lässt sich der Flühlings-/Liebesmythos jedoch nicht erklären!

“Der Testosteron-Spiegel verändert sich jahreszeitlich – im Frühling und im Sommer produziert der Mann vermehrt das Geschlechtshormon und fühlt sich einfach wohler.”

Aha! Die Männer sind schuld, das war ja klar! Im Frühling und im Sommer seid ihr dauergeil und quatscht einfach jedes Mädel/ Jungen auf der Straße an, um jemanden zum Vögeln zu finden. Jetzt mal im Ernst, das kann doch wohl nicht die Erklärung für diesen ganzen Wirbel um den Frühling sein, oder?

Wie wir wissen, müssen wir alles plakatieren. Fühlen wir uns gerade schlecht, so lässt uns der depressive Winter noch immer nicht los. Sind wir hingegen wach und glücklich, na dann ist der Frühling dafür verantwortlich. Fakt ist, dass Frühlingsgefühle wirklich existieren. Dennoch sind sich Forscher und Psychologen noch unsicher, welche Ursachen eine Rolle spielen.

Scheinbar liegt es wohl an einer Kombination aus vielen Faktoren: die längeren Tage und die kürzeren Nächte sorgen für eine vermehrte Serotoninproduktion – wir fühlen uns wacher und fitter. Bei wärmeren Temperaturen verbringt man die ein oder andere Nacht doch mal am See, grillt zusammen oder ist generell unternehmungslustiger. Und zudem fühlen sich Männer nun wohler, flirten mehr und laden die/den ein oder anderen zu einem Drink ein.

Welche Ursachen die Frühlingsgefühle auch haben und so sehr ich den Frühling auch genießen werde, ich sehne nun keine Beziehung herbei. Wenn sich was ergibt, ist das wunderbar. Wenn nicht, dann lebe ich halt mein Single-Leben weiterhin aus – mir eigentlich schnuppe.

Do what you want. Do it with love, respect and condoms.