Eamonn Murphy: „Wir brauchen die Kreativität junger Menschen“ Published on:

8. September 2018
Eamonn Murphy ist Leiter des regionalen Support-Teams von UNAIDS Asia Pacific. Auf der International AIDS Conference in Amsterdam hat er mit uns darüber gesprochen, vor welchen Herausforderungen der asiatisch-pazifische Raum bei der Bekämpfung von HIV und AIDS steht.

Erzähl uns bitte kurz etwas über die Situation der Jugendlichen im asiatisch-pazifischen Raum in Bezug auf HIV und AIDS.

Im asiatisch-pazifischen Raum leben 54.000 Tausende von Jugendlichen mit HIV oder Aids. Außerdem zählen wir  84.000 Neuinfektionen pro Jahr, 54.000 bei jungen Männern, 30.00 bei jungen Frauen. Das ist eine Dynamik, die wir ändern müssen. Und was wir im asiatisch-pazifischen Raum sehen ist eine neue Art der Epidemie. In Ländern wie den Philippinen haben wir in den letzten sechs Jahren einen Zuwachs an HIV-Erkrankten von 170 Prozent bei jungen Menschen von 13 bis 24 Jahren.

Im Gespräch mit unseren Volunteers hast du erwähnt, dass es eine neue Generation von HIV-Infektionen gibt. Es hatte etwas mit deinem Handy zu tun. Kannst du das noch einmal genauer erklären?

Die Leute fragen mich oft, wenn ich zu Regierungssitzungen oder internationalen Treffen gehe, welche Übertragungswege es gibt. Ich sage dann oft:  Es ist das Telefon. Die erste Sache am Morgen und die letzte Sache am Abend, nach der die jungen Menschen greifen, ist ihr Smartphone. So kommunizieren die Jugendlichen. Sie gehen nicht in einen Nachtclub oder eine Bar wie früher. Sie treffen sich online und erst dann im wirklichen Leben. Diese Kommunikation via Smartphone und Apps wie tindr oder gridr stellen uns vor eine Herausforderung: Wie können wir die Jugendlichen abholen? Wie können wir uns in diesem Umfeld engagieren? Wir brauchen also ganz neue Programme, die von jungen Menschen für junge Menschen entwickelt werden und nicht vom Gesundheitssystem. Das ist die entscheidende Veränderung, die wir brauchen.

Was können diese Herausforderungen gemeistert werden?

Was wir brauchen, sind Innovationen und die Kreativität junger Menschen. Wenn ein Haufen von Gesundheits-Experten eine App entwirft, möchtest du sie als Jugendlicher vielleicht nicht wirklich benutzen. Wir sollten besser junge Leute unterstützen.  Eine App, ganz nach ihren Erfahrungen und Vorlieben von ihnen entwickelt, wird besser ankommen.

Was würdest du sagen, wenn du die Möglichkeit hättest, allen Jugendlichen, die sich im Kampf gegen HIV und AIDS engagieren wollen, etwas mit auf den Weg zu geben?

Informiert euch. Teilt euer Wissen mit euren Freunden, eurem Netzwerk und eurem gesamten Umfeld. Habt keine Angst. Wir alle haben Spaß. Lernt einfach, wie ihr euch selbst schützt und setzt euch mit der Realität auseinander, der ihr nicht ausweichen könnt. Genießt euer Leben.

#RealTalk 🙌Welcome Eamonn Murphy, the director of the regional support team of UNAIDS Asia Pacific, in our #Broadcaststudio. 👏After giving his session we took him right up to our broadcast studio and now we’re summarizing the most important points. 💪Enjoy 👍

Gepostet von Youth against AIDS am Dienstag, 24. Juli 2018

Do what you want. Do it with love respect and condoms.

This post was written by Jugend gegen AIDS Blog

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