Diskussionsrunde zur Sexualreform in Hessen Published on:

14. Dezember 2016

Anlässlich der zu diesem laufenden Schuljahr geltenden Reform zur Sexualerziehung in Hessen luden die Landesschülervertretung Hessen und Jugend gegen AIDS e. V. am gemeinsam zur Podiumsdiskussion in Wiesbaden, um vor allem Schülerinnen und Schüler die vorgenommen Änderungen zu veranschaulichen. Stattgefunden hat die Diskussion in der Aula des Gymnasiums am Moßbacher Berg in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden.

Geladen waren neben Matthias Wagner, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im hessischen Landtag,  Reiner Pilz, dem Vorsitzenden des Landeselternebeirates, auch Daniel Nagel, Vorstandsvorsitzender von Jugend gegen AIDS sowie Schülerinnen und Schüler und weitere Interessierte.

Nach kurzem Input seitens der Landesschülervertretung zum Inhalt des Lehrplans und einer Vorstellung des Vereins Jugend gegen AIDS, eröffnete André Ponzi, der amtierende Landesschülersprecher Hessens, die Diskussionsrunde. Als Aufhänger der Diskussion diente die bereits bekannte Kontroverse um die Begrifflichkeit der Akzeptanz. Im Kontext dessen konnte die Alternative für Deutschland, die ihren Besuch eigentlich auf das Dasein als Zuhörer beschränken wollte,  neue Akzente setzen und für jede Menge Gesprächsstoff sorgen. Rhetorisch gut, leider aber inhaltlich wenig fundiert, konnte die AfD die Anwesenden nicht davon überzeugen, dass der Schritt der Akzeptanz gegenüber Homo-, Trans- und A-Sexuellen zu weit ginge und man sich lediglich auf die Toleranz der „Randgruppen unserer Gesellschaft“ einig werden solle.

„Wenig verwundert, aber dennoch sehr froh war ich über die Reaktionen meiner Mit-Diskutanten“, sagte Daniel Nagel, Vorsitzender des Vorstands von Jugend gegen AIDS. „Gemeinsam konnten wir ein deutliches Zeichen gegen Homo- und Transphobie und somit gegen die AfD setzen. Der neue Lehrplan geht daher genau in die richtige Richtung und wird zukunftsweisend für eine offene und tolerante Gesellschaft sein“, fügte er dem noch hinzu.

Letztlich waren es zum größten Teil Einwände der Landesschülervertretung und Jugend gegen AIDS, die für Änderungen binnen des Inhaltes sorgten und somit zu diskutieren waren. Beispielsweise hat man sich in einer schriftlichen Stellungnahme unter Anderem auch weiteren sexuellen Orientierungen wie Poly- und Paansexualität gewidmet, damit auch diese den Schülern künftig ein Begriff sind. Ebenso sollte vor allem mit Schülern in der Altersgruppe ab 16 Jahre über die Gefahren von Sexualität und Medien, wie Pornografie gesprochen werden. Der Gedanke dahinter zielt dabei direkt auf die eigene Entwicklung von Jugendlichen ab, die sich eben nicht über die Pornos, die sie gucken, definieren, sondern ihre eigene Sexualität selbst entdecken.

Jugend gegen AIDS e. V. arbeitet bundesweit mit den einzelnen Landesschülervertretungen auf einer engen Ebene zusammen, um die Status quo der sexuellen Aufklärung zu verändern. Die gemeinsame Arbeit ist essentiell für den Erfolg des Verein, da nur über die Instanz der Landesschülervertretungen jeweils viele Schülerinnen und Schüler erreicht werden können.

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