Die bunte Welt des Fetischs: Teil 2 Published on:

6. Dezember 2017
Augenlecker, Unterhosenschnüffler und Baumliebhaber – das hatten wir alles schon in unserem ersten Teil der bunten Welt des Fetischs. Man muss aber auch nicht immer gleich von den krassesten Beispielen ausgehen. Heute geht es eher um die gemäßigten Fetischisten, die “Normalos”, sozusagen die Mauerblümchen unter den fleischfressenden Pflanzen.

Fußfetisch – “Podophilie”:

Der wahrscheinlich bekannteste Fetisch von allen. Jeder hat schon mal was davon gehört, dass Menschen voll auf Füße abfahren. Viele Leute finden Füße abstoßend, manche aber auch ziemlich sexy. Ob gewaschen oder lieber ungewaschen, lackiert oder doch lieber mit ordentlich Hornhaut – das bleibt jedem selbst überlassen. Der Regisseur Quentin Tarantino ist wahrscheinlich der bekannteste bekennende Fußfetischist der Welt. In seinen Filmen werden oft sehr eindeutige Fuß-Szenen gezeigt, bei denen die Füße den Reiz der Frauen ausmachen sollen. Doch auch Alfred Hitchcock, Elvis Presley und Johann Wolfgang von Goethe gelten als Liebhaber von Frauenfüßen. Der bayerische König Ludwig I. ließ sich im 19. Jahrhundert sogar eine Skulptur von den Füßen einer bekannten Tänzerin erstellen, um sie vom Zeh bis zu den Fersen verehren zu können.

Haarfetisch – “Trichophilie”

In der Werbung sieht man heute immer mehr Haarentfernungsprodukte für den ganzen Körper von Mann und Frau. “Teufelszeug” würden da die Trichophilen sagen. Denn für sie gibt es nichts erotischeres als den Anblick eines vollbehaarten Sexualpartners. Achsel, Brust, Rücken, Bauch, Beine oder der Intimbereich – alles muss behaart sein. Und was man dann damit anstellt, ist natürlich jedem selbst überlassen. Naja, wenigstens ein Fetisch, für den der Partner nicht besonders viel machen muss…

Lack, Leder und BDSM

Peitschen, Fesseln und Masken. Beim BDSM (Bondage, Discipline, Sadismus & Masochismus) ist vieles möglich. Es geht vor allem darum, dass die Gleichberechtigung zwischen den Sexualpartnern freiwillig aufgehoben wird. Es gibt dabei einen dominanten Part (“Dom” oder “Top” ) und einen unterwerfenden oder auch devoten Part (“Sub” oder “Bottom”). Wenn die Rollenverteilung geklärt ist, darf der dominante Partner mit dem Devoten so ziemlich alles machen, was ihm Spaß macht. Aber: Es gibt immer ein sogenanntes Safeword, dass der devote Partner aussprechen darf, wenn es ihm/ihr zu viel wird und er/sie aufhören will. Es soll ja beiden immer noch Lust bringen.

Ein häufig eingesetztes Instrument beim BDSM sind auch Kleidungsstücke oder Werkzeuge aus Leder. Jedoch gibt es auch eine Menge Leute, die sich ohne Schläge oder Schmerzen sehr zu diesem Material hingezogen fühlen. Entstanden aus den Motorradgangs aus Amerika bildete sich im Laufe der 80er- und 90er-Jahre eine große Subkultur rund um Lack und Leder aus. Seit 1979 wird jährlich in Chicago der Mr. Leather gewählt, wo auch mittlerweile ein Museum zur BDSM- und Lederkultur eröffnet hat.

Man sieht: Die bunte Welt der Fetische ist längst nicht mehr nur etwas für Freaks. Gerade die bekannteren Fetische wie BDSM haben eine ganze Subkultur um sich herum gebildet und die Fetischisten stehen offen dazu. Die meisten Fetische gelten nicht als Krankheit. Es sind einfach spezielle sexuelle Vorlieben. Der eine steht auf Blondinen, der andere auf Brunette und der Dritte schaut den Frauen nur auf die Füße. Die Fetische sind so vielfältig, wie die Menschen selbst. Jeder findet etwas anderes anziehend – und das ist auch gut so! Seid ehrlich zu euch selbst und zu euren Partnern und habt Spaß mit euren Fetischen. Solang es alle freiwillig machen, gibt es damit kein Problem. Doch egal welchen Fetisch ihr habt, vergesst nie:

Do what you want. Do it with love, respect and condoms.

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Autor: Maxi

Team Blog

Jugend gegen AIDS e.V.

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