„Das Wichtigste ist, Respekt voreinander zu haben“ Published on:

17. Februar 2018
Seit er vierzehn Jahre alt ist, engagiert sich Rasmus Andresen politisch bei den Grünen. Mit den Jahren übernahm er immer mehr Verantwortung und setzt sich heute als Landtagsabgeordneter für Themen wie Digitalisierung und den offenen Umgang in einer vielfältigen Gesellschaft ein. Seit Juni 2017 ist er Vizepräsident des Landtags von Schleswig-Holstein. Ganz offen sprach er mit uns im Interview darüber, wie er aufgeklärt wurde und wie man junge Menschen und ihre Ideen mehr fördern kann.

Wie wurdest du aufgeklärt?

Hauptsächlich durch Gespräche mit Freunden, aber auch durch das Internet. Zumindest nicht so sehr durch die Schule. Wenn ich daran zurückdenke, habe ich eine Biologielehrerin vor Augen die ziemlich überfordert war mit dem Aufklärungsunterricht.

Wie stellst du dir guten Aufklärungsunterricht in der Schule vor?

Jeder sollte im Unterricht die Möglichkeit haben, Fragen loszuwerden, die im Kopf herumschwirren. Es kann nicht alles nach Lehrplan gehen. Ich glaube, es ist unheimlich wichtig, dass der Unterricht partizipativ ist, sich die Schüler also am Unterricht beteiligen und diesen mitgestalten. Und klar, es muss auch ältere Lehrer geben. Trotzdem wäre es wichtig, dass es jüngere gibt, die näher an der Lebensrealität der Schüler sind und diese aufklären können.

Findest du, der Aufklärungsunterricht im klassischen Sinn ist schon längst überholt?

Das kann man schon sagen, ja. Der Aufklärungsunterricht mag in manchen Schulen vor 30 oder 40 Jahren noch gut gewesen sein, wurde dann aber zu wenig weiterentwickelt.

Welche Themen sind deiner Meinung nach wichtig und sollten im Unterricht angesprochen werden?

Klassische Themen wie Verhütung oder sexuell übertragbare Krankheiten geben einen Überblick und sind deshalb wichtig. Aber genauso sollte die Vielfalt an Themen vermittelt werden. Denn Sexualität kann mehr sein als nur Mann und Frau und das ist auch völlig okay so. Außerdem sollten die Lehrer flexibel sein und auf die Schüler eingehen. Denn die Schülerinnen und Schüler im Raum können ganz unterschiedliche Vorstellungen, Gedanken und Wünsche zu dem Thema Aufklärung haben.

Unsere Aufklärungsworkshops basieren auf dem Peer-to-Peer-Konzept, sprich junge Ehrenamtliche stehen in direktem Austausch mit den Schülern. Was hältst du davon?

Das kann für junge Menschen, die ganz unterschiedliche Fragen haben, sehr wertvoll sein. Sie haben die Möglichkeit, direkt ihre Gedanken zu äußern und Fragen zu stellen. Damit wird das ganze Thema aufgelockert.

Warum ist ehrenamtliches Engagement so wichtig?

Weil unsere Gesellschaft sonst nicht funktionieren würde. Wenn es niemanden geben würde, der sich ehrenamtlich engagiert, dann würden ganz viele Sachen in unserer Gesellschaft nicht stattfinden. Egal in welchem Bereich, sei es die eigene Familie zu pflegen oder im Sportverein zu unterstützen, so ein Engagement kann gar nicht genug geschätzt werden. Derjenige, der sich einsetzt, wächst durch diese Arbeit – sie gibt einem persönlich viel.

Was kann die Politik tun, um die ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen?

Aktiv können Initiativen gefördert oder finanziert werden. Bereits mit wenigen Mitteln kann vielen geholfen werden. Gerade erst hatten wir eine Initiative finanziell unterstützt, die sich für sexuelle Vielfalt einsetzt. Diese konnte mit der Unterstützung ihre Projekte weiterentwickeln.

Wieso unterstützt du Jugend gegen AIDS?

Jugend gegen AIDS ist ein gutes Projekt, das Menschen auf einer unverkrampften, lockeren Art super relevante Themen nahebringt. Von solchen Projekten, wie ihr sie macht, kann es gar nicht genug geben. Deshalb unterstütze ich Jugend gegen AIDS. Es dürfte gerne noch weitere Projekte geben.

Was willst du unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?

Das Wichtigste ist, Respekt voreinander zu haben, und trotz Spaß im Leben auch an die Mitmenschen zu denken. Dass man nicht nur für sich selbst sorgt, sondern sich für etwas einsetzt und auch hinter der Botschaft steht.

Do what you want. Do it with love, respect and condoms.

Lust auf mehr? Hier geht es zu unserem letzten Beitrag über den Valentinstag!

Wenn ihr Fragen, Anregungen oder Feedback für uns habt, schickt uns einfach eine Mail an: blog@jugend-gegen-aids.de! Wir freuen uns über jede Reaktion und antworten jedem natürlich so schnell es geht.

Autor: David
Team Blog
Jugend gegen AIDS e.V.
blog@jugend-gegen-aids.de

This post was written by Jugend gegen AIDS Blog

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