Das sind wir, das ist JGA: Unser Vorstand Marlon Jost Published on:

17. Mai 2018
Junge Menschen aus der ganzen Welt engagieren sich für Jugend gegen AIDS (Youth against AIDS). Aber wer steckt eigentlich hinter dem Verein, wie sehen die Aufgabengebiete aus und warum machen wir das, was wir machen? Damit Ihr einen Einblick hinter die Kulissen bekommt, stellen wir euch in den kommenden Wochen die Gesichter und Geschichten hinter JGA vor. Nach unseren Vorständen Lenni und Jonathan geht es heute weiter mit Marlon.

Marlon, wie kam es dazu, dass Du angefangen hast, dich für Jugend gegen AIDS zu engagieren?

Ich war der typische 13-jährige Klassensprecher und dankbar für jede Möglichkeit, irgendetwas machen zu können, das mir nicht von einem Lehrer vorgeschrieben wurde. Deshalb war ich sofort am Start, als eine ältere Mitschülerin bei unserem alljährlichen “Novemberkonzert” auf einem Tisch rote Schleifen gegen eine Spende von einen Euro verteilt hat. Ich hab mich einfach mit ihr hinter den Tisch gestellt und Eltern und Lehrer davon überzeugt, dass sie hier einen Euro in die besten Hände geben können.

Was war und ist Deine Motivation, so viel Zeit in den Verein zu stecken?

Zum Zeitpunkt der Schleifenaktion wusste ich noch ganz wenig über das Thema HIV und AIDS. Nur die paar Stichworte, die sich einer von uns bei Wikipedia rausgeschrieben hatte, damit wir am Stand wussten, wofür das Geld eigentlich notwendig ist. Ich habe aber sehr schnell gemerkt, dass da ein ganz weites Feld von Themen und wichtigen Informationen ist, die wir einfach nicht hatten. Auch heute, nach zehn Jahren Engagement, bin ich immer wieder überrascht über so viel Unwissen in eigentlich weit entwickelten Ländern. Dabei kommt die Motivation für mich dadurch, dass wir diejenigen sind, die mit unserer Arbeit genau hier ansetzen und in der realen Welt etwas bewegen können. Irgendwann hat das damit angefangen, dass mir Freunde Fotos von unseren Plakaten geschickt oder wir vom Feedback aus den Schulklassen gehört haben. Da habe ich richtig gemerkt, dass überall Menschen erreichen.

Was umfasst Dein Aufgabengebiet? Für was bist Du zuständig?

Wie viele andere, die schon länger bei JGA sind, habe ich schon unterschiedliche Aufgaben gehabt und versuche immer noch, dort zu helfen, wo unsere Organisation Erfahrungen gemacht hat. Ich verantworte aktuell den Bereich Operations. Momentan beschäftige ich mich ganz besonders mit unserem AIDS 2018 Youth Headquarter bei der AIDS Konferenz in Amsterdam. Das ändert sich nach der Konferenz aber schlagartig und ist auch das Tolle an allen Bereichen bei Jugend gegen AIDS. Je nachdem, welche Jahreszeit wir gerade haben, je nachdem, welche Projekte gerade anstehen: Die Aufgabenbereiche ändern sich und es gibt ständig neue Herausforderungen, den wir uns zusammen stellen müssen. So bleiben wir alle ständig in Bewegung und lernen jeden Tag Neues dazu.

​Wieso ist es gerade so wichtig, die Jugend in den Kampf gegen AIDS miteinzubeziehen?

Wir haben einfach das Problem – übrigens weltweit – dass insbesondere junge Menschen HIV/AIDS nicht mehr als relevant für sich ansehen und sich somit auch nicht schützen. Jeder weiß von sich selbst, dass man als 16-Jähriger nicht unbedingt großes Interesse hat, mit einem Lehrer oder den Eltern über Sex zu sprechen. Allein schon, weil der Lehrer über „Geschlechtsverkehr“ oder „den Akt“ spricht, während alle Freunde und man selbst nur „ficken“ sagt. Mit Gleichaltrigen zu sprechen ist einfach viel natürlicher. Wenn davon nun ein paar Leute mit Wissen ausgestattet sind, können wir dieses Wissen so viel schneller verbreiten und unsere Generation zu einer aufgeklärten Generation machen.

Was waren die ergreifendsten Momente in deiner bisherigen Zeit bei JGA?
Die Frage wurde mir schon so oft gestellt und ich habe einfach immer noch keine Antwort darauf, weil es einfach so unglaublich viele kleine und große Momente dieser Art gibt. Meistens sind das die Minuten nach dem Start einer großen Aktion, für die wir bis zur letzten Sekunde wie blöde geackert haben, alle gesagt haben, „ihr seid verrückt“ oder „das klappt doch gar nicht“ und dann klappt es eben doch.
Gab es vielleicht auch einen auf deiner Reise in die USA im Zuge von AIDS2018?

In dem Moment, in dem wir in eine große Boeing eingestiegen sind, haben Daniel und ich uns angesehen und gesagt, wie krass es ist, dass wir jetzt gerade für JGA nach New York fliegen, nachdem unsere erste Aktion in Hamburg gefühlt erst ganz kurz zurückliegt. Dabei sind die letzten Jahre wie ein Film an mir vorbeigeflogen, einfach, damit ich für mich selbst nachvollziehen kann, wie ich jetzt dahin gekommen bin.

Worauf freust Du dich in den kommenden Monaten?

Auf 300 young leaders, die wir nach Amsterdam bringen. Da sind viele Menschen dabei, die denken wie wir und ich freue mich jetzt schon auf die Bewegung, die daraus entstehen wird.

Dein Wunsch zum Abschluss:

Dass unsere Arbeit irgendwann überflüssig wird, weil alle begriffen haben, wie’s geht: with love, respect and condoms.

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