Das sind wir, das ist JGA: Unser CEO Daniel Nagel Published on:

25. April 2018
Junge Menschen aus der ganzen Welt engagieren sich für Jugend gegen AIDS (Youth against AIDS). Aber wer steckt eigentlich hinter dem Verein, wie sehen die Aufgabengebiete aus und warum machen wir das, was wir machen? Damit Ihr einen Einblick hinter die Kulissen bekommt, stellen wir euch in den kommenden Wochen die Gesichter und Geschichten hinter JGA vor. Den Start macht unser CEO Daniel Nagel, der Euch im Interview mit in seine JGA-Welt nimmt.  
Daniel, Du bist unser CEO und damit auch regelmäßig für uns auf der ganzen Welt unterwegs. Wie hat mit JGA eigentlich alles angefangen?

Angefangen hat alles in einem Gymnasium in Hamburg im Jahr 2009. Es war Welt-AIDS-Tag, aber trotzdem hat keiner so richtig über HIV und AIDS gesprochen. Deshalb haben einige Schüler einen Schleifen-Verkauf in Zusammenarbeit mit anderen Schulen organisiert. Dabei wurden fast 20.000 Euro gesammelt, die anschließend an eine große AIDS-Organisation in Hamburg gespendet werden sollten. Die hat allerdings gesagt: Ihr habt dafür gearbeitet, also sollt ihr auch entscheiden, was mit dem Geld passiert. Das war die Geburtsstunde von JGA – wir haben das Geld zurückbekommen.

Was war und ist Deine Motivation, so viel Zeit in den Verein zu stecken?

HIV und AIDS sind in den vergangenen Jahren immer mehr aus den Medien und dem öffentlichen Raum verschwunden. Das Thema wird heute einfach nicht mehr als relevant wahrgenommen. Das hat auch viel mit Vorurteilen und Stereotypen zu tun. „Nur Schwule bekommen AIDS“ oder „AIDS gibt es nur in Afrika“ zum Beispiel. Das stimmt aber nicht. HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis, Hepatitis oder Tripper werden weiterhin überall auf der Welt übertragen. Weltweit sind heute immer noch mehr als 37 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Wir sind die Generation, die AIDS beenden kann. Um das zu schaffen, müssen wir sehr viel tun und wieder ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass diese Infektion vermeidbar ist. Um das zu schaffen, gehen wir viele Dinge an. Wir sind überzeugt, dass z. B. ein offener Austausch über Sexualität viel dazu beiträgt, dass junge Menschen in der Lage sind, sich zu schützen. Dafür setze ich mich jeden Tag ein, spreche mit unseren Partnern, Organisationen, Politikern und Jugendlichen, die uns in unserem Vorhaben unterstützen. Auch mit unserer neuen Kampagne als Partner der International AIDS Conference in Amsterdam werden wir unserem Auftrag gerecht und sicherstellen, dass die Stimme der Jugend gehört werden wird. Zusammen können wir unser Ziel erreichen und AIDS zu beenden.

Wieso liegt es an der Jugend, AIDS zu beenden?

In unserer Generation hat die Krankheit an Relevanz verloren, dabei ist HIV/AIDS immer noch eine der häufigsten Todesursachen von jungen Menschen weltweit. Unsere Organisation ist aus dem Vakuum entstanden, dass es keine jugendliche Ansprache für dieses Thema gab. Eine Situation, die wir überall auf der Welt oft vorfinden. Trotz der großen Fortschritte bei der Behandlung dürfen wir unsere Präventions-Anstrengungen bei jungen Menschen nicht vermindern – sonst droht unser Ziel in weite Ferne zu rücken. Dafür müssen wir als Generation einstehen, weil es sonst niemand tut.

Wie sieht dein Aufgabengebiet aus? Für was bist Du zuständig?

Als CEO und Vorsitzender des Vorstands versuche ich, den Verein jeden Tag weiterzuentwickeln. Dazu gehören die Leitung der Vorstandsarbeit, die Repräsentation des Vereins nach außen, die Akquise und Pflege unserer größten Partner, aber auch die strategische Entwicklung und die Realisierung unserer mehrfach ausgezeichneten Kampagnen. Innerhalb weniger Jahre sind wir von einer kleinen Schülergruppe in Hamburg zu einer agilen und internationalen NGO geworden. Das ist eine großartige Teamleistung, zu der ich meinen Teil beitrage.

Was waren die ergreifendsten Momente auf den bisherigen Reisen im Zuge von AIDS2018?

Ich bin vor allem von der großen Unterstützung für unsere Kampagne beeindruckt. Wir merken, dass wir einen wertvollen Beitrag leisten und unsere Organisation weltweit Relevanz genießt. Besonders motivierend ist die Unterstützung von Jugendlichen auf der ganzen Welt. Wir haben unheimlich viele Rückmeldungen erhalten, dass sie uns nicht nur im Sommer zur Konferenz nach Amsterdam begleiten, sondern gemeinsam mit uns in Zukunft konkrete Projekte umsetzen wollen.

Worauf freust Du dich in den kommenden Monaten am meisten?

Wir brechen in der kommende Woche nach Brasilien auf, wo wir unsere lokale Kampagne ausrollen werden, um noch mehr Volunteers für die Welt-AIDS-Konferenz zu mobilisieren. Das wird eine große Herausforderung, aber durch die gute Vorbereitung des Teams und die Unterstützung unserer lokalen Ansprechpartner von UNAIDS werden wir auch das schaffen. Nach Brasilien warten noch viele weitere Abenteuer auf uns. Wir werden die Kampagne nach China, Südafrika und viele europäische Länder bringen.

Dein Wunsch zum Abschluss?

Ich wünsche mir, dass wir unsere Ziele für dieses Jahr erreichen. Denn dann ist schon ein ganz großer Schritt getan, um die Jugend wieder auf die Agenda der globalen HIV/AIDS Arbeit zu bringen.

 

Do what you want. Do it with love, respect and condoms.

 

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