Parookaville - mit Kondomen versorgt von JGA

“Festivalkondom für dich!” Charlotte Magnus steht selbstbewusst grinsend auf einem staubigen Festivalgelände und spricht die Besucher mit genau diesem Satz an. Als Teil von Jugend gegen AIDS (JGA) ist sie gemeinsam mit acht anderen Jugendlichen  auf dem Parookaville unterwegs und verteilt tausende Kondome. Gemeinsam haben sie alle auf dem Festival ein Ziel: Die Festivalbesucher sollen ihren Spaß haben - aber immer mit Liebe, Respekt und Kondomen.

Innerhalb von vier Tagen erlebt das Jugend gegen AIDS-Team hier einiges. Von peinlich berührten Blicken bis hin zu Besuchern, die direkt zehn Kondome für eine Nacht mitnehmen wollten, war laut Jens Häcker, dem Verantwortlichen vor Ort, alles dabei. So vielfältig wie die 80.000 Besucher waren auch die Reaktionen auf die Kondome. 

Better safe than sorry

Wieder dreht sich am Samstag eine Gruppe lachend um und läuft nochmal zu dem Jugend gegen AIDS-Stand zurück, um sich mit Kondomen versorgen zu lassen. Egal, ob jung oder alt, bei dem Stichwort “Festivalkondom” wurden die Besucher hellhörig und waren sich meist auch einig: Lieber mal mitnehmen als im richtigen Moment nicht haben. “Man weiß ja nie, was der Abend bringt, better save than sorry”, meint einer der Besucher, als er sich eines der Kondome mitnimmt.

Wohlfühl-Atmosphäre 

Egal, wie heiß es ist: Das JGA-Team ist vor Ort nicht nur der Ansprechpartner für Kondome. Der Stand der Aufklärungsinitiative strahlte ein offenes und vielfältiges Gesellschaftsbild aus und teilweise fühlten sich die Besucher auch direkt so wohl am Stand, dass sie länger bleiben wollten.

Einer der Besucher verbrachte seine Zeit einfach gemütlich mit dem Team, weil er “seine Freunde auf dem riesigen Gelände eh nicht wiederfinden” würde. Da könne man ja auch direkt einfach hier bleiben. Gemeinsam überlegten sie, wie er sich einer neuen Gruppe anschließen könnte. Mit der Devise “einfach offen sein und lächeln” verabschiedete er sich nach einer Stunde und zog weiter über das Festival.

Live-Aufklärung mit JGA

Die Jugend sei doch ohnehin aufgeklärt, warum überhaupt noch Jugend gegen AIDS? Einige der Besucher sind sich sicher: Aufklärung ist super, heutzutage aber gar nicht mehr notwendig. Die Kids wüssten doch ohnehin schon alles. Dieser Meinung sind jedenfalls einige Besucher.

Tatsächlich beweisen nicht nur steigende Infektionszahlen von sexuell übertragbaren Krankheiten das Gegenteil. Auch vor Ort war das Jugend gegen AIDS Team erstaunt, als einer der Besucher fragte, ob auch zwei komplett gesunde Menschen sich bei Analsex gegenseitig mit HIV infizieren könnten. Dieser Moment hat dem Team nochmal gezeigt, warum sie sich für Jugend gegen AIDS engagieren. Weil eben nicht jeder aufgeklärt ist und Wissen der erste Schritt ist, um selbstbewusster und sicherer mit sich und seinem Körper umzugehen.

Jeder sollte wissen, wie man sich selbst schützen kann, findet auch unser Team. Deshalb lassen sie sich im Laufe des Wochenendes auch immer wieder von Besuchern dazu bringen, die Verwendung von Kondomen an einer Dose zu demonstrieren und beantworten dabei auch die abwegigsten Fragen, die die Besucher zum Spaß in den Raum werfen, souverän: “Nein, die Kondome bitte nicht beidseitig benutzen, dann sind sie nicht mehr wirksam. Nein, auch nicht in die Waschmaschine, selbst dann ist ein Kondom nicht mehr wirksam.” Aufklärung ist ein wichtiges Thema, das in jeder Hinsicht ernst genommen werden sollte. Doch bei JGA passiert Aufklärung - egal ob im Klassenzimmer oder auf dem Parookaville - auf Augenhöhe, mit Humor und in einem lockeren Rahmen. 

#Dowhatyouwant. Do it with #love #respect and #condoms.


Jugend gegen AIDS